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Mit Hilfe des Prozess-Daten-Beschleunigers (P23R) können die mehr als 10.000 Informations- und Meldepflichten denen deutsche Unternehmen unterliegen und die jährlich über 45 Milliarden Euro Bürokratiekosten verursachen deutlich reduziert werden.
Problematisch und leider zu erwähnen ist, dass 80% der horrenden Bürokratiekosten von den kleinen und mittelständischen Unternehmen getragen werden. Neben den ohnehin schon immensen Informations- und Meldepflichten werden zudem vielfach Daten doppelt und dreifach erhoben und voneinander losgelöst betrachtet, was zu enormen Aufwand sowie einem hohen Fehlerrisiko führt.
Durch das Projekt „Pilotierung und Realisierung des Prinzips Prozess-Daten-Beschleuniger | P23R für den Datenaustausch zwischen Wirtschaft und Verwaltung“ förderte das Bundesministerium des Innern in den vergangenen zwei Jahren im Rahmen des IT-Investitionsprogramms die Entwicklung des P23R-Prinzips.
Der Lösungsansatz beruht dabei auf der Mehrfachverwendung von Informationen und der regelbasierten Zusammenstellung von Informations- und Meldepflichten. Die bereitzustellenden Unternehmensdaten werden durch den P23R nach aktueller Gesetzeslage und behördlichen Anforderungen aufbereitet und nach Freigabe durch das Unternehmen automatisch übermittelt.
Im Rahmen eines Pilotversuchs gelang es dem Projektteam jüngst die Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit des P23R-Prinzips unter Beweis zu stellen; Hierbei schlagen ein verringerter Arbeitsaufwand bei der Meldungserstellung sowie insbesondere Einsparpotentiale bei den IT-Kosten für die gesetzeskonforme Anpassung von Informationssystemen ins Gewicht.

Hier ein Erfahrungsbericht der am Pilotversuch beteiligten BASF SE:
„Als Arbeitgeber von mehr als 100.000 Mitarbeitern befassen wir uns bei BASF schon lange mit der Frage, wie wir die diversen Meldeprozesse zwischen unserem Haus und den Behörden, speziell im Personalbereich, vereinfachen können. Das P23R-Prinzip, dessen Konzeption wir eng begleitet und das wir in unserem Haus pilotiert haben, erscheint uns hierfür eine geeignete Grundlage: die regelbasierte Aufbereitung der Meldedaten erspart uns, unsere Unternehmenssoftware immer wieder an geänderte Vorschriften anzupassen; die Möglichkeit, Meldungen abhängig von unterschiedlichen Faktoren und speziell abhängig vom empfangenden Bundesland kontextspezifisch zu erstellen, macht für uns den Umgang mit unterschiedlichen Verwaltungsanforderungen erheblich leichter. Insgesamt erwarten wir von P23R-basierten Meldeprozessen deutliche Einsparungen und Prozessvereinfachungen.“
Nächste Schritte zur Umsetzung der EU-Dienstleistungsrichtlinie (EU-DLR)
Bereits heute haben zahlreiche Verwaltungsbehörden den durch die Europäische Dienstleistungsrichtlinie vorgeschriebenen „einheitlichen Ansprechpartner“ realisiert. Die zugrundeliegenden Vorgaben gehen über diesen Schritt aber weit hinaus!
So besteht die Pflicht für eine direkte und umfassende Informationsbereitstellung zu sorgen und eine durchgängige, elektronische, Verfahrensabwicklung zu ermöglichen. Aus unserer Sicht ist dies im Sinne von Wirtschaftsförderung und Ansiedlungspolitik eine Herausforderung, die es schnell umzusetzen gilt.
Die Umsetzung in den Ländern und Kommunen sollte aus unserer Sicht unbedingt bereits heute vorbereitet werden, da sich, unabhängig von der Finanzierung, ein erheblicher Veränderungsbedarf in der Verwaltung abzeichnen wird. Kompetenzübergreifende Sachverhalte und einheitliche Ansprechpartner können aber auch als Chance gesehen werden, die Prozesse insgesamt zu überarbeiten und „kundenfreundlicher“ zu gestalten.
Wir empfehlen, möglichst umgehend eine, Ressort übergreifende, Arbeitsgruppe mit den Vorbereitungen zu beauftragen. Da es sich eben nicht nur um ein IT Problem, ein Organisationsthema, oder eine Aufgabe der Wirtschaftsförderung handelt, ist es sicherlich nicht die schlechteste Idee, sich für die Startphase auch externer Hilfe zu bedienen.