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Seit 2006 sind die Bürokratielasten um mehr als zehn Milliarden Euro gesunken. Allerdings scheinen die Unternehmen – gerade die kleinen und mittelständischen – das nicht zu spüren. Wieso?

Unternehmer beklagen sich oft über den fehlenden Realitätsbezug bei gewissen Vorgaben bzw. die langwierigen Verfahren. Gerade letztere bremsen KMU’s nicht selten aus. Beispielsweise wird von den Vorgaben ein größerer Sozialraum für Mitarbeiter gefordert – das allerdings für Unternehmen die hauptsächlich mit externen Mitarbeitern zusammen arbeiten.

Beinahe täglich werden auf Bund- und Landesebene neue Gesetze und Vorschriften verabschiedet. Gerade Verbraucherschutz und Umweltfragen verursachen zusätzliche administrative Lasten.

Positiv jedoch vielen die Änderungen auf kommunaler Ebene auf. Behördengänge werden schneller und reibungsloser – manche lassen sich sogar schon online regeln.

Aber auch auf Bundesebene versucht die Bundesregierung der Lage Herr zu werden und den Bürokratieabbau voranzutreiben. Deshalb wurde vor sechs Jahren der NKR eingeführt – der Nationale Normenkontrollrat. Dieser überwacht sowohl die Entstehung neuer Gesetze sowie den Abbau bestehender Bürokratie.

Dennoch trotz des NKR und der Mittelstandsentlastungsgesetze spüren die meisten Firmen keine bis kaum eine Verbesserung. Denn die Arbeit erfolgt eher hier im Verborgenen. Als unabhängiges Gremium ist er beratend und unterstützend der Regierung gegenüber tätig. Hier ist seine Aufgabe zu überprüfen ob die Einschätzungen seitens der Regierung welche auf Bürger, Unternehmen und Verwaltung zukommen, sollte ein neues Gesetz erlassen werden, richtig sind. Darüber hinaus gibt er Empfehlungen um den Bürokratieabbau weiter auszubauen. Mittlerweile erfolgte ein Umdenken und die Ministerien schätzen bei Ihren Entwürfen nun sehr konkret die Folgen, welche auf die Bürger zukommen, ein.

Nachdem im ersten Schritt auf die Informationspflichten eingegangen wurde, folgt nun der angestrebte Abbau des Erfüllungsaufwandes. Dieser Abbau stellt eine sehr komplexe Aufgabe dar.

Nebst diesen beiden Aufgaben erstellt der Rat Studien um überflüssige Bürokratiekosten zu entdecken. Bislang wurden hier die Bürokratiekosten das Elterngeld, das Wohngeld, BaföG aber auch die Einreise ausländischer Fach- und Führungskräfte betreffend betrachtet.

Eine weitere positive Neuerung ist die RAL Gütegemeinschaft mittelstandsorientierter Kommunalverwaltungen mit Sitz in Paderborn. Es wurden 14 Kriterien für die Zertifizierung bundeseinheitlich festgelegt. Anhand der Zertifikate lassen sich nicht nur die Dienstleistungsqualitäten der einzelnen Verwaltungen untereinander vergleichen, sondern Genehmigungsprozesse und Behördengänge werden dadurch für Firmen kalkulierbar. Anhand der Zertifikate können Firmen erkennen, dass hier beispielsweise eine Baugenehmigung maximal 40 Arbeitstage benötigt und die Firma innerhalb von 7 Arbeitstagen Bescheid bekommt, ob noch Dokumente nachgereicht werden müssen oder nicht. Neben dieser nun möglichen Zeiteinteilung, bekommt der Antragssteller einen festen Ansprechpartner und kann darüber hinaus noch auf einen kommunalen Lotsendienst durch den Bürokratiedschungel zurückgreifen. Diese Zertifikate helfen gerade mittelständischen Unternehmen auch dabei ihre Standortentscheidungen zu treffen.

Bürokratielasten fließen vor allem bei mittelständischen Unternehmen mit in die Investitionsentscheidungen ein. Seit 2006 misst die Bundesregierung den Aufwand der Unternehmen, welcher durch die Gesetze Informations- und Meldepflichten betreffend verursacht wird. Durch dieses Verfahren sollen die Vorschriften identifiziert werden, die besonders hohe Kosten verursachen.

Hier greift auch das Projekt der :::tsm gemeinsam mit der Bundesregierung – der Prozessdatenbeschleuniger P23R. Dieser hilft dabei die Informations- und Meldepflichten einfacher und effizienter zu gestalten. Darüber hinaus werden die Meldungen medienbruchfrei an die Verwaltungen überliefert und es werden hierdurch keine doppelten Meldungen verursacht. Wichtig zu erwähnen ist die Datenhoheit – diese bleibt beim P23R stets beim Unternehmen selbst. Hiermit waren wir auch auf der Cebit 2012 vertreten. Erfahren Sie hierzu mehr auf unserem Blog.

Hier finden Sie den  Pro Firma 06 2012 Artikel „Die Welle rollt langsamer“ (Quelle)