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DATEV-Umsatz soll um 5 Prozent wachsen

„Uns geht es gut“: Mehr Umsatz und Ertrag 2012, mehr Mitarbeiter, höhere Investitionen. Der IT-Dienstleister DATEV kennt keine Stagnation. Im laufenden Geschäftsjahr will das Softwarehaus noch schneller wachsen.

Das fünfprozentige Umsatzwachstum der ersten sechs Monate 2013 „wollen wir für das ganze Jahr durchhalten“, sagte Dieter Kempf. Der DATEV-Chef, der jüngst wiedergewählt worden ist als Präsident des IT-Branchenverbandes Bitkom, enervierte sich erneut über die amerikanischen und britischen Spähprogramme Prism und Tempora: „Wir haben allen Grund, mehr als stinksauer zu sein.“ Bei allem Verständnis für das Terror-Trauma der Amerikaner sollten die US-Behörden gezwungen werden, Transparenz zu schaffen.

Ganz und gar nicht in Ordnung sei es, dass die richterliche Anordnung zum Datenauskundschaften von einem geheimen Gremium als pauschaler Freibrief für ein komplettes Jahr ausgegeben sei. „Das Vertrauen in den Datenschutz ist ein fragiles Gut“, warnte Kempf.

Die Empörung kommt nicht von ungefähr. Denn die DATEV lebt von dem Vertrauen in Datenschutz und -sicherheit der Anwender. Sie entwickelt und verwendet selbst Programme, mit denen Firmencomputer doppelt vor fremden Zugriff geschützt sind – und nicht nur per Passwort.

Gerade in Zeiten in denen neue Technologien eingesetzt sind, bemühe sich das Unternehmen sehr für Vertrauen in die Datensicherheit zu werben, sagte Kempf.

An Betriebe und Organisationen wandte er sich mit der Mahnung, die Umstellung auf den Zahlungsverkehr nach SEPA anzupacken. Das System soll Überweisungen im EURO-Raum standardisieren und damit vereinfachen. In Kraft tritt die Regelung am 01.01.2014 ohne Übergangsfrist. „Das ist ein harter Stichtag. Der Umstellungsaufwand ist relativ hoch und nur wenig Betriebe und Vereine sind vorbereitet“, sagte Kempf, obwohl Sanktionen drohen.

Die Genossenschaft vor allem für Steuerberater will dieses Jahr über 400 neue Mitarbeiter einstellen. Die DATEV ist in der deutschen Branche die Nummer vier; nach Mitarbeitern gerechnet, ist sie mit derzeit knapp 6.500 Angestellten sogar die Nummer zwei der Softwareunternehmen nach SAP.

Ende 2012 beschäftigte die DATEV gut 400 Zeitarbeitnehmer. Wie in den Vorjahren will Personalvorstand Jörg Rabe von Pappenheim 150 Stellen in Stammarbeitsplätze umwandeln, so dass die Leiharbeit abnimmt.

Der IT-Campus, 100 Mio. € schweres Bauprojekt an der Fürther Straße auf dem früheren Areal der Möbel Quelle komme gut voran. Wie berichtet, sollen in dem Neubau ab 2015 rund 1800 Entwickler tätig sein. Zeitplan und Budget würden eingehalten, meinte Kempf.

Zum letzten Mal vor seinem Ausscheiden aus dem Vorstand präsentierte Finanzchef Michael Leistenschneider das Zahlenwerk für 2012. Zum Jahresende übernimmt sein Ressort Robert Mayr. Der Umsatz stieg um 3,9 Prozent auf knapp 760 Mio. €. Das Betriebsergebnis legte um fast 20 Prozent auf 46 Mio € zu, wovon 34 Mio. an die Mitglieder ausgeschüttet werden. Deren Zahl hat erstmals die 40.000er Marke durchstoßen.

Quelle: NN, Angela Giese, Freitag 05.07.2013